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Sankt Margareten Kirche von Oberkrumbach

Kirchenstiftung durch Margarete von Gugel

Margarete von Gugel, eine edle Jungfrau des Geschlechtes der von Gugel, verirrte sich einst auf dem Heimweg von Hohenstein, da hörte sie ein Glöcklein der Oberkrumbacher Kapelle. Dieser Klang half ihr, den richtigen Weg zu finden. Aus Dankbarkeit stiftete sie die Oberkrumbacher Kirche, die aller Wahrscheinlichkeit nach am gleichen Platz errichtet wurde. Das Gotteshaus trägt den Namen ihrer Patronin Sankt Margareten. Das „Gugelmaicherl“, wie die Patronin liebevoll genannt wird, hat als Holzfigur aus einem spätgotischen Altar mit dem Lindwurm zu ihren Füßen neben dem Chorbogen einen Ehrenplatz in der Kirche. Fräulein von Gugel sei später von einem Lindwurm gebissen worden, an dessen Folgen sie verstorben sein soll. Die Gruft der Geschlechter von Krumbach und von Gugel befand sich an der Südseite des Chorturmes der Oberkrumbacher Kirche. Sie wurde im Jahre 1894 mit der Sakristei überbaut.

Entstehung der Kirche

Aus dem 11. Jahrhundert oder noch früherer Zeit sind in unserer Gegend keine Kirchenbauten bekannt. Es muss angenommen werden, dass ab dem 12. Jahrhundert die ersten Kirchen errichtet wurden, die aus Holz bestanden, nur der Chor dürfte aus Stein gebaut worden sein. Die ältesten erhaltenen Spuren lassen einen Kirchentyp erkennen, bei dem sich an das im Grundriss rechteckige Langhaus ein etwas eingezogener Altarraum mit quadratischem Grundriss angeschlossen hat. Auf diesem Chor war ein Glockenstuhl errichtet. Damit waren die sogenannten Chorturmkirchen entstanden, bei denen der Chor zugleich den Turm getragen hat. Die Oberkrumbacher Sankt Margareten Kirche gehört zu diesen Chorturmkirchen. Der Chorturm dürfte im Kern aus dem 14. Jahrhundert stammen. Genaue schriftliche Daten hierfür liegen nicht vor. Die kleine Glocke wurde im Jahre 1437 gegossen und ruft seit mehr als einem halben Jahrtausend die Gläubigen zum Gebet. Die älteste Gotteshausrechnung stammt aus dem Jahre 1565.

Baumaßnahmen an der Kirche

Im Jahre 1697 musste der Kirchturm abgetragen und neu aufgebaut werden. Im Zusammenhang mit größeren Baumaßnahmen erhielt die Kirche auch einen neuen Altar und eine Kanzel. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kamen schwere mächtige Barockaltäre mit reichem, üppigen Akanthus laubdekor auf. Auch die Oberkrumbacher Kirche wurde im Jahre 1682 mit einem solchen Altar ausgestattet. Er stammt aus der Werkstatt des Meister Erhard Wirsing aus Neumarkt. Nach der Reformation, als die Predigt in den Mittelpunkt des Gottesdienstes gestellt wurde, erhielt die Kanzel größere Bedeutung. Es bildete sich ein besonderer Typ an Kanzeln mit polygonalem Korpus und Schalldeckel, dessen Unterseite die Taube des Heiligen Geistes verzierte, heraus. Die Kanzel in der Kirche zu Oberkrumbach wurde im Jahre 1664 nach diesen Vorgaben errichtet. 1729 erhielt die Sankt Margareten Kirche ihre heutige Gestalt. Die Felder der Emporen wurden mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament von dem Maler Christof Reich aus Hersbruck bemalt. Der Innenraum wurde mit Rahmenstuckarbeiten, die von sogenannten Quadratur-Arbeitern besorgt wurden, verziert.

Pfarrei von Oberkrumbach

Früher war Oberkrumbach eine in sich geschlossene Pfarrei mit Hirschdorf und Kaltenherberge. Dem Pfarrer gehörte ein großer Bauerhof (Kirchenbauer) und ein Taglöhnerhaus, es war das Haus Nr. 17, das nicht mehr existiert. Dieses Haus Nr. 17 war später das erste Wirtshaus in Oberkrumbach. Dort erhielt 1792 Hans Simon die Bierschenkgerechtigkeit. In diesem Wirtshaus hielten die Mannschaften von Rothenberg des öfteren Einkehr. Die Geistlichen von Oberkrumbach setzte der Abt von St. Egidien in Nürnberg ein. Durch den Frieden zu Köln am 30. Juli 1505 wurde auch Oberkrumbach der Reichsstadt Nürnberg unterstellt und verlor damit die Eigenständigkeit seiner Pfarrei. Die Oberkrumbacher wurden ab dem Jahre 1528 von Kirchensittenbach aus betreut. Es wurde jegliches Tauf-, Trau- und Beerdigungsrecht untersagt. Dies blieb so bis zum Jahre 1699, als zum ersten Mal wieder auf dem Oberkrumbacher Friedhof beerdigt werden durfte. Das Pfarreianwesen wurde während der Reformation veräußert. 1634 wurden die Hl. Gefäße und eine Glocke von Soldaten gestohlen und die Kirche im Inneren geschändet. Am 11. Februar 1649 wurde in der Oberkrumbacher Kirche ein Friedensgottesdienst abgehalten.

Kirchenrenovierungen

Die Kirche wurde im 19. und 20. Jahrhundert des öfteren renoviert. Dies geschah 1894, 1956 und 1964, die letzte Instandsetzung im Inneren und Äußeren war im Jahre 1986.