Geschichte von Oberkrumbach

Gründung Oberkrumbachs

Oberkrumbach, an der uralten Reichshandelsstraße (Eisenstraße) gelegen, ist älter als es seine erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1011 nachweist. Chrumbunbach ist sein alter Name.

Sehr früh dürfte die Gegend um Oberkrumbach besiedelt gewesen sein. Das Grabfeld im Weidenschlag, eine Flur des Ortes, stammt aus der späteren Bronzezeit, etwa 1300 vor Christi. 1836 wurde auf Befehl des letzten Festungskommandanten Gemming auf dem Rothenberg ein Teil der 18 Hügel durchgraben, dabei wurde mehr zerstört als erforscht. Im Jahre 1919 wurden im Weidenschlag die letzten Grabhügel unter Aufsicht des Konservators Hörmann durchsucht. Diese Arbeit gab darüber Aufschluss, dass im Weidenschlag auch noch um 800 vor Christi der Urnenfelderzeit beerdigt wurde.

Ein zweites Zeitzeugnis der Siedlung aus dieser Zeit ist das bekannte Unterkrumbacher Bronzeschwert. Es wurde am 1. April 1912 bei Grabarbeiten an der Quelle der Unterkrumbacher Wasserversorgung gefunden. Hier ist es wohl als Weihe- oder Opfergabe hingelangt.

Die Hallstadtzeit, 600 bis 400 vor Christi, war der Zeitpunkt, in dem die Hügelgräber in der Beckerslohe, ebenfalls in der Flur von Oberkrumbach gelegen, entstanden sind. Ob diese Leute damals eines anderen Stammes waren als jene, die Jahrhunderte vorher im Weidenschlag ihre Angehörigen begruben, ist nicht bekannt. Jedenfalls glaubten auch diese Menschen an ein besseres Jenseits, die vielen Grabbeigaben bezeugen es. Die Beckersloher Nekropole besteht aus 15 Grabhügeln. Diese wurden von 1887 bis 1900 von Vorgeschichtsforschern durchgraben und damit ein Fundschatz gehoben, der einen weiteren Einblick in dien Totenkult der damaligen Zeit gab. Der bekannteste Fund ist das Sonnenpferdchen (die Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg hat es sich zum Wahrzeichen gemacht), eine kleine Tonplastik mit Schale auf dem Rücken. Zu schweren bronzenen Arm- und Halsgarnituren kommen weiterer umfangreicher Gewand- und Körperschmuck aus Bronze und Eisen. Des weiteren kamen regelrechte Geschirrsätze aus Ton zu Tage, es dürfte damals ein ausgeprägtes Töpferhandwerk bestanden haben.

Aus der Römerzeit, um 100 vor Christi, weiß man von unserer Gegend wenig. Die Römer kamen nicht bis zu uns, dem Nordgau, vor. Wir waren ein freies Germanien, Die eigentliche Besiedlung des Nordgaues erfolgte ab dem 7. Jahrhundert, vom Süden durch die Bayern und von Westen durch die Franken. Diese beiden Stämme vermischten sich in unserer Gegend. Die Vielseitigkeit der Mundart ist ein Beweis dafür.

Die Bayern mussten bald eine fränkische Oberhoheit anerkennen. 788 wurde ganz Bayern in das fränkische Reich Karls des Großen eingegliedert. Dieser unterwarf um 800 Bayern-Herzog Tassilo und errichtete an markanten Punkten zur Festigung der fränkischen Herrschaft Königshöfe, unter anderem in Regensburg und Forchheim. Die Verbindung zwischen diesen Königshöfen war die alte Eisenstraße. Der Verlauf ist in unserem Gebiet von Lauterhofen über Happurg, Hersbruck, Oberkrumbach, Schnaittach, Forth, Igensdorf, Effeltrich und Forchheim bekannt. Es sollen damals auf unserer Hochfläche vier Weiler bestanden haben, deren Namen nicht bekannt sind. Eine Eisenhütte war jedenfalls Bestand, der Flurname „Eisenhüttlein“ erinnert daran.

Die ersten schriftlichen Quellen zur Geschichte unserer Heimat stammen aus dem 9. Jahrhundert. So werden Velden im Jahre 889, Ottensoos 903 und Hersbruck 976 erstmals urkundlich erwähnt. Eine entscheidende besitzgeschichtliche Veränderung unseres Gebietes brachte die Gründung des Bistums Bamberg im Jahre 1007 mit sich. König Heinrich der II. schuf hier ein neues Reichs- und Missionszentrum. Die Bischöfe von Eichstätt und Würzburg mussten dem entstehenden Bistum Teile ihres Sprengels opfern. Somit kamen als Schenkung Heinrich des II. zum mächtigen Grundbesitz des Klosters Bergen auch Dörfer und Weiler unserer Gegend mit ihren Zugehörungen zum Bistum Bamberg. Es waren die Orte Velden, Hersbruck, Vorra, Oberkrumbach, Förrenbach, Schnaittach, Ittling und Kirchrüsselbach. Dies wurde mit der Schenkungsurkunde vom 2. Juli 1011 festgehalten. Oberkrumbach wurde damals in Mainz mit Chrumbunbach niedergeschrieben. Das Dorf dürfte also älter sein als die umliegenden Ortschaften. So sind Altensittenbach 1062, Reichenschwand 1225, Aspertshofen 1269, Kirchensittenbach 1270, Kleedorf 1276, Unterkrumbach 1386, Kühnhofen 1435 erstmals urkundlich erwähnt.

Namensgebung

Auf dem kleinen Hansgörgel, damals Rangergugel genannt, stand vor Zeiten eine Burganlage (Burgstall). Diese entstand um 1200. Dort lebten die Herren von Krumbach. Demnach bestand die Siedlung vor der Burg. Aller Wahrscheinlichkeit nach legte sich das begüterte Geschlecht den Namen des Ortes zu. Deshalb dürfte die Namensableitung für Ober- und Unterkrumbach nach dem mit vielen Windungen verlaufenden Bach zutreffend sein.

Die geschichtlichen Nachrichten über die Herren von Krumbach sind spärlich.

Im Jahre 1330 gibt ein Markus, Bürger aus Hersbruck, seiner ehelichen Wirtin Kunigunden sein Gut zu Krumpach zu einem Peganchause. Dort stand ein Schloss der von Gugel, einem ehemals begüterten Geschlecht. War das Geschlecht der Gugel Nachfolger der von Krumbach oder lagen beide Namensgebungen vor?

Hirschdorf und Kaltenherberge – Weiler von Oberkrumbach -

Erstmals ab dem 13. Jahrhundert tritt der Weiler Hirschdorf (urspünglich Hirsdorf – Name kommt von Hirseanbau) in Erscheinung. Diese Siedlung lag am Hang nach Kirchensittenbach, der heutigen Flur Schwärz. Der Weiler wurde 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg von Nürnberger Söldnern gänzlich und Oberkrumbach zum größten Teil niedergebrannt. Die drei Bauern von Hirsbach siedelten sich in Oberkrumbach an und besitzen noch heute das Land in dieser Flur.

Es gab aber weiter noch ein Unterhirschdorf, die heutige Kaltenherberge. Dort lebte eine heilige Bruderschaft (Peganbrüder). Deren Mitglieder hielten sich in der Einsiedelei auf und pilgerten dreimal täglich, in Gugeln gehüllt, zu ihrem Stundengebet in die Oberkrumbacher Kirche. Gugel waren gestiftete rote und blaue Mäntel mit Kapuzen, die nur die Augen freiließen.

Kirchenstiftung durch Margarete von Gugel

Wohltäterinnen dieser Bruderschaft waren Margareta von Gugel und ihre Schwester, zwei „edle Jungfrauen“.

Margarete von Gugel verirrte sich einst auf dem Heimweg von Hohenstein, das hörte sie ein Glöcklein der Oberkrumbacher Kapelle. Dieser Klang half ihr, den richtigen Weg zu finden. Aus Dankbarkeit stiftete sie die Oberkrumbacher Kirche, die aller Wahrscheinlichkeit nach am gleichen Platz errichtet wurde. Das Gotteshaus trägt den Namen ihrer Patronin St. Margareten. Das „Gugelmaicherl“, wie es liebevoll genannt wird, eine Holzfigur mit dem Lindwurm zu ihren Füßen aus einem spätgotischen Altar, hat neben dem Chorbogen einen Ehrenplatz in der Kirche. Fräulein von Gugel sei später von einem Lindwurm gebissen worden, an dessen Folgen sie verstarb. Die Gruft der Geschlechter von Krumbach und von Gugel war an der Oberkrumbacher Kirche, sie wurde im Jahre 1894 mit der Sakristei überbaut.

Vom Jahre 1656 stammt eine auf die Bruderschaft und die Kaltenherberge bezogene Notiz: „Oberkrumbach, sonst Kalt Herbig oder Bruderschaft genannt.“

Die Pest in Oberkrumbach

1613 wurde Oberkrumbach von der Pest heimgesucht. Der Pfarrer im bedrohten Kirchensittenbach und der Pfleger von Hohenstein baten in Nürnberg um Hilfe. Ihrer Bitte wurde entsprochen, aus einer Nürnberg Apotheke wurden Salben gebracht. Obwohl sich die Kirchensittenbacher wehrten, mussten sie hinnehmen, dass die an Pest Verstorbenen dort begraben wurden. Das Begräbnis fand auf einem Acker vor dem Dorf bei Nacht ohne Sang und Klang statt. Ob es der heutige alte Friedhof von Kirchensittenbach war, weiß man nicht. 1627 verstarben in Kirchensittenbach 57, 1634 in Hersbruck 734 und im gleichen Jahr in Artelshofen 28 Menschen an der Pest.

Kriegsplagen und -folgen

Während des 30-jährigen Krieges mussten die Bewohner Oberkrumbachs neben der Pestplage weiteres großes Unheil ertragen. So starb Georg Walter von Oberkrumbach im Alter von 50 Jahren an den Folgen von Misshandlungen durch Soldaten und wurde am 5. Dezember 1623 in Kirchensittenbach beerdigt.

1679 kamen vom bayer. Kürasserie Regiment der Prinzen Heinrich des Markgrafen von Brandenburg 13 Reiter, ein Wachtmeister, vier Weiber und 11 Kinder ins Quartier bei guter Kost und 15 Kreuzer. Sie erpressten zusätzlich 10 Kreuzer. Es waren die allerübelsten und gottvergessensten Leute, bei denen Straßenraub an der Tagesordnung war. Sogar den Pfarrer drohten sie zu ermorden. Dieses Gesindel war 40 Wochen im Quartier und kam schließlich in Arrest.

Im Jahre 1796 war im Juli und August die Jourdansche Armee mit 40 000 Mann nach Franken vorgedrungen. Jourdan war der Oberbefehlshaber der Maas- und Sambrearmee, eine gewalttätige französische Soldatennatur. Bei Neumarkt wurden die Franzosen geschlagen und fluteten durch unsere Gegend nach Westen zurück. Die Dörfer Oberkrumbach, Unterkrumbach, Kirchensittenbach, Aspertshofen und Kühnhofen wurden schwer heimgesucht. Die Bewohner waren Erpressungen, Plünderungen und schamlosen Misshandlungen ausgesetzt. Sie wurden zudem noch ihres Viehs beraubt. Ottensoos wurde vollständig ausgeplündert, zwei Bauern, die sich wehrten, mussten dies mit ihrem Leben bezahlen. In Offenhausen wurden vier Soldaten und ein Offizier, die sich verspätet hatten, Opfer der Volkswut. Diese Soldaten waren ein zerrissenes und zerlumptes Räubergesindel, das unbeschreibbare Schadtaten verübte.

Oberkrumbach als eigenständige Pfarrei und Gemeinde

Die erste Gemeindeordnung Oberkrumbachs stammt aus dem Jahre1558. Aus dem Jahre 1573 ist ein Gesuch der „Gemein“ an den Landpfleger bekannt, in dem „um die Verwilligung ihrer Kirchweih wieder am Sonntag Margareta abhalten zu dürfen“. Nach der Dorfordnung wurden 1598 jährlich zwei Gotteshauspfleger in der Gemeinversammlung gewählt.

Im Jahr 1806 wird Oberkrumbach wie das ganze Nürnberg Umland bayerisch. Um diese Zeit zählte es 25 Anwesen. Mit der bayerischen Zeit beginnen sehr große Bemühungen der Oberkrumbacher Bürger ob der Eigenständigkeit ihrer Pfarrei. Bereits 1807 wird ein königlich-bayerischen Pfarramt Oberkrumbach erwähnt.1809 schlug die königlich-bayerische Regierung vor, Oberkrumbach und Alfalter zu einer Pfarrstelle zu vereinigen. 1824 erhält Oberkrumbach ein eigenes Pfarrsiegel, dieses wird jedoch 1839 wieder eingezogen. Schließlich wird 1890 wieder eine selbständige Pfarrei mit einem eigenen Pfarrsiegel eingerichtet. Am 1. Dezember 1970 wird die Kirchengemeinde zwecks Errichtung einer neuen Pfarrstelle in Altensittenbach mit dieser vereinigt.

Gemäß Verordnung vom 19. August 1808 wurden im Bereich des Landgerichts und Rentamts Hersbruck 18 Steuerdistrikte gebildet, darunter der Steuerdistrikt Oberkrumbach. Zu ihm gehörten die Hopfengartenmühle, Kleedorf, Morsbrunn, Ober- und Unterkrumbach.

1857 sind die Häuser auf Erlass der Obrigkeit neu nummeriert worden. Es waren 39 Häuser. Die Nummerierung wurde fortgeführt. Im Jahre 2001 war die höchste Hausnummer die Nr. 87.

Im Jahre 1876 musste die Gemeinde Geburten-, Trau- und Sterbebücher führen. Dies hatte vorher der Pfarrer zu registrieren. Im Jahre 1876 war ein besonders starker Zuwachs zu verzeichnen, es gab 19 Geburtseinträge. Zweistellige Geburtseinträge in den Folgejahren waren jedoch nichts Außergewönliches. Daran lässt sich erkennen, dass im Ort vor gut 120 Jahren im Ort mehr Leute lebten als heute.

Schule

Eine Schule gab es in Oberkrumbach seit 1652. Der erste Lehrer war Schulmeister Hans König im Nebenamt. Ihm folgten die verschiedensten Handwerker, die jeweils nebenberuflich lehrten. Als Schulzimmer dienten über längere Zeit die Stuben der Bauerhäuser. Damals war von Martini bis Walpurgi Unterricht. Johann Friedrich Grau war der erste hauptberufliche Lehrer. Er wirkte 46 Jahre von 1808 bis 1854 an der Schule. Schulmeister Grau war sehr eigenmächtig, deshalb gab es des öfteren Streit mit seinen Schulgehilfen. Das alte Schulhaus befand sich auf dem gleichen Platze wir das heutige, es watr noch mit Stroh gedeckt. Ein Schulstadel sowie einige Grundstücke gehörten zum Areal des Lehrers. Der Schulstadel wurde 1933 wegen Baufälligkeit abgetragen. Teile waren schon eingefallen. Von 1875 bis 1876 baute man ein neues Schulhaus. Während der Bauzeit fand der Unterricht in der oberen Stube im Haus Nr. 2 (heutiger Eigentümer Werner Munker) statt. Mit den Unterkrumbachern bildete man über Jahrzehnte hin bis zur Auflösung der Schule einen Schulverband. Nach dem Kriege erteilte für kurze Zeit ein Laie, der sich als Lehrer ausgab, den Unterricht. Er wurde jedoch rasch als Schwindler entlarvt. Von 1945 bis 1953 war die Schule zweiklassig. Die Lehrer wechselten häufig. Ab dem Schuljahr 1953 wurde sie unter Lehrer Georg Wild einklassig weitergeführt. Dieser lehrte bis 1968 an der Schule.

Die Schulreform brachte 1972 das Ende dieser über 300 Jahre bestandenen Schule. Jetzt besuchen die Kinder in Kirchensittenbach, und Hersbruck die Schule. Das Schulhaus war immer im Besitz der Kirchengemeinde. Diese baute es in ein Gemeindehaus um. Darin finden Posaunenchorproben und Frauenchorproben statt.

Gemeinde Oberkrumbach nach 1876

Das alte Dorf, es zählt derzeit 230 Einwohner, war seit alters her auf seine Eigenständigkeit bedacht. Mit Kirche, Schule und Bürgermeisteramt bildete Oberkrumbach ein eigenes Gemeinwesen, das von den Bürgern allzeit willig mitgetragen wurde. Mit der Gebietsreform wurde der Ort zum 1. Januar 1977 Bestandteil der Gemeinde Kirchensittenbach. Dort ist Oberkrumbach mit dem !. Bürgermeister Peter Stief und dem Gemeinderat Winfried Bock vertreten.

Die Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Oberkrumbach waren bis zur Eingemeindung:

Johann Walter, Oberkrumbach Nr. 9 von 1876 bis 1907

Georg Leha, Oberkrumbach Nr. 29 von 1908 bis 1920

Johann Stief, Oberkrumbach Nr. 25 von 1920 bis 1924

Johann Walter, Oberkrumbach Nr. 21 von 1924 bis 1956

Gottlieb Stief, Oberkrumbach Nr. 5 von 1956 bis 1977

Die letzten amtierenden Gemeinderatsmitglieder der Gemeinde Oberkrumbach waren:

Hans Binker, Oberkrumbach Nr. 40, Hermann Buchner, Oberkrumbach Nr. 54, Richard Gößwein, Oberkrumbach Nr. 24, Hans Leykam, Oberkrumbach Nr. 51, Hans Loos, Oberkrumbach Nr. 1 (von 1960 bis 1977 Gemeindekassier), Georg Meier, Oberkrumbach Nr. 14, Johann Walter, Oberkrumbach Nr. 21 (2. Bürgermeister ab 1972) und Willi Walter, Oberkrumbach Nr. 29.

Lage Oberkrumbachs

Oberkrumbach – ein fränkisches Dorf wie aus dem Bilderbuch - liegt geradezu malerisch in einem Talkessel, 432 m ü. d. Meeresspiegel. Es ist einer der schönstgelegenen Orte Mittelfrankens. Im Norden, Westen und Süden begrenzt durch den Weißjurastock von Hansgörgl, Glatzenstein, Moorsbrunner Berg und Stollenberg mit seinem einzig schönen Buchenwald bietet es den Anblick eines reizenden Gebirgsdorfes.

Die Gemarkung umfasst 430 Hektar. Das markanteste Bauwerk ist die über dem Ort thronende Sankt-Margareten Kirche. Charakteristisch für den Ort sind die vielen Fachwerkhäuser und Scheunen. Herrliche Aussichten von den umliegenden Mittelgebirgshöhen Girchmichel (514 m), Kleiner (533 m) und großen Hansgörgel (603 m) sowie die landschaftlichen Schönheiten erfreuen die vielen Wanderer. Die Namen der Berggipfel sollen von Raubrittern stammen. Auf dem großen Hansgörgel errichtete im Jahre 1877 der Verschönerungsverein Hersbruck einen Aussichtsturm, der wegen seiner weiten Ausblicke lange Jahre Ausflugsziel für Schulen und Ausflügler war. Am Fuß des Girchmichels wurde einmal nach Erz gesucht. Der Eingang dieses Stollens, die Girchmichelhöhle, wie er im Volksmund genannt wird. Ist jedoch bereits verfallen.

Erwerbsleben der Oberkrumbacher heute

Die Bevölkerung Oberkrumbachs ist nur noch zum Teil in der Landwirtschaft tätig. Die Mehrzahl der Bewohner pendelt zu ihren Arbeitsplätzen nach Hersbruck, Lauf und Nürnberg. Bis in die 50er Jahre gingen Maurer, Zimmermänner, Wagner, Schneider und Schuster als Gewerbetreibende ihren Tätigkeiten am Ort nach. Heute sind zwei Fliesenleger-, ein Schmiede-, ein Elektroinstallateur-, ein Sanitärinstallateur-, ein Polsterer- und ein Zimmererunternehmen in Oberkrumbach ansässig.

Das tägliche Brot wurde noch bis nach dem 2. Weltkrieg ausschließlich in den Backöfen, die auf allen größeren Bauerhöfen vorhanden waren, gebacken. Auch bei Fleisch- und Wurstwaren war man im Ort bis vor etwa drei Jahrzehnten Selbstversorger. Die Hausschlachtungen besorgten gewöhnlich die Brandmetzger, die über Generationen aus den gleichen Häuser stammten. Die Kenntnisse wurden jeweils den Söhnen weitergegeben. Auch die Fleischbeschauer für die Orte Oberkrumbach, Unterkrumbach, Hopfengartenmühle, Kleedorf und Aspersthofen waren über viele Jahre hinweg Einwohner aus Oberkrumbach. Vereinsleben

Das gesellschaftliche Leben wird von aktiven Schützenverein geprägt. Die Evangelische Landjugend und der Posaunenchor fördern das kulturelle und kirchliche Leben. Der lange Zeit ruhende Obst- und Gartenbauverein hat seine Aktivitäten wieder aufgenommen. In der Freiwilligen Feuerwehr leisten in der Generationsfolge die jungen Männer ihren Dienst. Die Feuerwehr wurde im Jahre 1879 gegründet. Die Feuerwehrgautage wurden nach der Jahrhundertwende einige Male hier abgehalten, wobei sogar in den Bauernhäusern Bier ausgeschenkt wurde.

Der Männergesangverein, er bestand von 1919 bis 1978, wurde aufgelöst, nachdem Jahre vorher mangels Sänger und Chorleiter keine Singstunden mehr abgehalten werden konnten. Die Bildenthüllungen in den Jahren 1931 und 1957 waren Höhepunkte in der Geschichte des Vereins. Außer dem Chorgesang waren hier die Vereinsbälle mit jeweiligen Theateraufführungen gut besuchte Veranstaltungen. Das Inventar und die Vereinskasse mit über 1000 DM wurde dem Posaunenchor übergeben.

Anfang dieses Jahrhunderts blühte das Vereinswesen auch in Oberkrumbach auf. Es gab einen Arbeiterverein, dessen Mitglieder das gesellschaftliche Leben echt bereicherten. In den 30er Jahren bestand für kurze Zeit ein Sportverein. Die Fußballer trugen ihre Spiel auf dem Seeanger aus. Dieser Verein hatte, wie auch der Schützenverein, den Namen Eichenlaub.

Eichen als Naturdenkmäler

Mit den Eichen sahen sich die Oberkrumbach wohl seit Zeiten sehr verbunden. Die Gründe hierfür mögen verschiedenster Art sein. Jedenfalls war die Eichenlohe, es war die Rinde junger Eichen, ein zusätzlichen Einkommen der Bauern. Eichenlohe benötigten die Gerber. Das letzte Vereinsbild des Männergesangvereins ist ebenfalls mit Eichenlaub ausgeschmückt. Zur Zeit stehen in de Flur des Ortes drei Naturdenkmäler, dies sind wiederum Eichen. Es sind dies die Eiche am Haselanger, jene am Holzanger und die Eichengruppe (vier) am Seeanger in der Nähe des Seeweihers.

Sage um den Seeweiher

Der Seeweiher ist ein sagenumwobener Ort. Es soll sich dort folgendes zugetragen haben. Eine alte wichtige Straße führte hier von Nürnberg nach Prag, auf dieser verkehrten pferdebespannte Frachtwagen. An einem Karfreitag befuhr ein Fuhrknecht mit einem schwer beladenen Wagen die Straße. Er war ein frecher eigenmächtiger Mensch und ließ sich trotz Mahnens nicht davon abhalten, an diesem heiligen Tag weiterzufahren. Ja er spottet sogar des Glaubens und fuhr mit laut knallender Peitsche dahin. Plötzlich kam sein Wagen zum Stehen. Der Mann schrie und fluchte. Wütend schlug er auf seine Gäule ein und tobte wie ein Irrsinniger. Da ertönte ein fürchterlicher Donnerschlag, die Erde tat sich auf und verschlang Ross und Wagen. An der Stelle dieses Strafgerichtes entstand der heutige Seeweiher. Der Fluch des Fuhrmanns soll heute noch an diesem Feiertag zu hören sein.

Peter Stief

Hirten Herden und Hutanger in Oberkrumbach

In Oberkrumbach wurden bis zum Jahre 1956 die Kühe von einem Hirten während der Weidezeit von Anfang Mai bis Ende Oktober auf den gemeindlichen Hutangern gehütet. In der Gemeinde Oberkrumbach bestanden folgende Hutanger:

Die Beweidung der Gemeindeanger von Oberkrumbach war nach Zeit und Fläche genau festgelegt. Werktags wurde von 14.30 Uhr bis etwa 20.00 Uhr der Eicheanger, Holzanger und Ochsenanger beweidet. Sonntags ist vormittags bis 12.00 Uhr auf dem Gänsanger und dem Haselanger gehütet worden. Im Herbst wurden nach der Grummeternte die Wiesen der Bauern im Tal beweidet.

Zum Austrieb blies der Gemeindehirte an erhöhter Stelle über dem Hirtenhaus im „Amersgarten“ auf seinem Rundhorn. Dies war das Zeichen für die Bauern, die Kühe abzuketten und in Richtung des Sammelplatzes zu treiben. Vorher wurden den Kühen die Schellbogen oder Glocken angelegt und die Schwanzquasten ausgewaschen. Die Herde sammelte sich werktags auf dem Eicheanger und sonntags am Dorfbrunnen (Wirtsbrunnen). Etwa 100 Kühe und Rinder kamen dabei zusammen.

Der letzte Hirte in Oberkrumbach war Hans Baumann. Er wohnte im Hirtenhaus und wurde für seine Dienste in Naturalien entlohnt. So erhielt er für jede Kuh einen Metzen Getreide. Auch stand ihm ein Holz- und Streurecht zu. Vor dem ersten Austrieb feilte der Hirte die Hörnerspitzen der Kühe ab um Verletzungsgefahren vorzubeugen. Nach der Hutsaison sammelte der Hirte die Schellenbögen bei den Bauern ein, um sie zu reparieren und die Bemalung aufzufrischen. Der Hirte war auch für tierärztliche Dienste zuständig. Er half bei der Geburt von Kälbern, holte von Rindern verschluckte Äpfel aus dem Schlund